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Ideenwerkstatt 1 – Nachhaltige Universitäten

Am Dienstag den 25.März 2014 fand die erste Ideenwerkstatt zum Thema “Nachhaltige Universitäten” statt. Wir gingen der Frage nach, wie Studierende auf dem Campus mitgestalten können, sowohl im Bereich der (nachhaltigen) Bildung, wie auch bei der Campusgestaltung und dem sozialen Leben auf der Universität. Dabei wurden einige Projektideen und Visionen erarbeitet.

Ein Modewort

Universitäten sind komplexe Institutionen. “Nachhaltigkeit” – auch wenn der Begriff aus kritischer Sicht als sinnentleert bezeichnet wird – ist ein vergleichsweise junges Paradigma. Es gibt verschiedene Konzeptionen dazu. Bekannt sind die drei Säulen: Ökonomie, Gesellschaft (Soziales) und Ökologie, die gemeinsam betrachtet werden müssen. Weitere wichtige Komponenten, die meist von kritischer Seite geäußert werden, verlangt die Miteinbeziehung von Kultur, ein kritisches Verständnis von Institutionen und Politik und und und. Der Begriff “nachhaltig” wird bereits überall verwendet – ein Modewort -, insofern sollte auch hinter die Facetten geblickt werden.

Das Ökologie-Bewusstsein ist nicht zuletzt den sozialen Bewegungen in den 1970ern und 80ern zu verdanken, die Probleme durch verschiedene Maßnahmen (von Demonstration bis Direct Action) in das Bewusstsein von vielen Menschen gebracht haben. Erste Erkenntnisse zum Klimawandel führten zur Einsicht, dass es Veränderung in der Politik braucht. Doch seit dem Rio92-Gipfel hat sich die globale Lage nicht wirklich verändert: Ressourcenverbrauch etc. haben sich nicht zuletzt dank der Nachfrage vieler Länder (wie die BRICS-Staaten) enorm gesteigert; ebenso der Handel in einer globalisierten Welt. Nachhaltigkeit wurde für das Kapital interessant. Es wurde beispielsweise chic, in erneuerbare Energien zu investieren, oder sich einen grünen Konsumstil (LOHAS: lifestyle of health and sustainability) anzueignen. Die einst vorhandenen Ideale drohen zu verwaschen?

Mitgestalten!

Zum Workshop im Rahmen der Ideenwerkstatt haben wir Herrn Univ.-Prof. Zimmermann eingeladen, um etwas über Projekte im Bereich der Nachhaltigen Universitäten – in dem auch die Karl-Franzens Universität mitwirkt – zu erfahren. Die KFU hat dabei einige Male schon den Sustainability Award gewonnen. An der KFU gibt es sowohl das RCE (Regional Center of Expertice), wie auch das UNI-ETC (Menschenrechte), Studien wie Umweltsystemwissenschaften, Global Studies, Sustainability Development und Industrial Ecology. Eine Ringvorlesung im Zuge des Projektes sustainability4u gibt es ebenso. Am Ende des kurzen Inputs, wurde diskutiert und kritische Fragen gestellt. Vor allem die Mitgestaltungsmöglichkeit für Studierende fehle in vielen Bereichen, so eine breite Kritik der TeilnehmerInnen. Projekte seitens der Studierenden würden nur selten Ernst genommen oder gar blockiert. Mangelt es an der richtigen Kommunikation? Ist die Zeit noch nicht reif dafür?

Der Schluss der Diskussion bestand in der Einsicht, dass es beide Seiten braucht, die zusammenkommen: sowohl die Universtität (top-down), weil sie die Mittel haben und die Universität verwalten; wie auch die Studierenden, die sich aktiv einbringen sollen und ihre Standpunkte klar machen müssen. Es geht um den Kampf für ein gegenseitiges Verständnis und Anerkennung. Dieser Weg ist für viele Studierende, die etwas machen wollen, aber hart und langwierig, oft ernüchternd. Institutionen zu verändern ist ein langer Weg, weil neben Bewusstseinsarbeit auch Abläufe und Regeln innerhalb der Institutionen verändern werden müssen. Insofern ist es gut, sich an einzelne AkteurInnen im Bereich Nachhaltigkeit an den jeweiligen Falkultäten zu wenden – auf der URBI (Geographie, USW), Theologie (Ethik-Schwerpunkt), SOWI (im Bereich der Umweltökonomie), REWI (im Bereich der Menschenrechte) -,  um einen Veränderungsprozess zu starten. Dennoch ist auch ihr Einfluss auf den jeweiligen Fakultäten beschränkt. Für einzelne Menschen bedeutet es einige Gratwanderung. Aus dieser Erkenntnis haben wir uns seitens des Alternativreferates dazu entschlossen, Studierende, die etwas verändern wollen, zusammen zu bringen.

Nach dem Vortrag ging es an die Arbeit. Die teilnehmenden Studierenden erarbeiten in einem Weltcafe (moderdiert von Filipina Risopoulos) vier Fragestellungen: 1. Nachhaltigkeit in der Bildung, 2. Visionen für die Universität, 3. konkrete Projekte und 4. Kommunikation.

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Nach dem Workshop war das Interesse groß, weitere gemeinsame Aktivitäten und Treffen zu organisieren. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Nachtreffen noch vor den Osterferien verarbeitet.

Wer Lust hat, an weiteren Aktivitäten mitzuwirken, kann sich gerne melden: alternativ@oehunigraz.at

Das erste Nachtreffen findet am Mi 9.4.2014, 15-17 Uhr im ÖH-Sitzungszimmer (ÖH-Gebäude, ganz oben, Schuberstraße 6a, 8010 Graz) statt, wo die Ergebenisse des Workshops aufgearbeitet werden.